wie arbeitet ein osteopath

Wie arbeitet ein Osteopath?

Die Arbeit des Osteopathen

Unser Körper stimmt alle lebensnotwendigen Funktionen in ständiger Bewegung aufeinander ab. Ein Großteil dieser Mobilität ist uns nicht bewusst. Hierzu zählen u.a. die Arbeit unserer Verdauungsorgane, die Strömungen der Körperflüssigkeiten und die Bewegungen der Haltemuskulatur, Sehnen, Gelenke und des Bindegewebes. Werden die Bewegungen dieser oder anderer Körperstrukturen eingeschränkt, so beeinflusst das deren normale Funktion. Nicht immer signalisiert uns der Körper solche Funktionsstörungen durch Schmerz.

Unser Organismus ist sehr anpassungsfähig und kann manche Störung, wie z.B. Fehlhaltungen, Stress bedingte Verspannungen oder Verletzungen lange Zeit ausgleichen. Dabei wird die eingeschränkte Funktion oft von anderen Körperstrukturen übernommen. So verlagern / kompensieren sich Funktionsstörungen und wirken sich auf andere Bereiche des Körpers aus. Oft liegt also die Ursache für Beschwerden nicht dort, wo wir Schmerzen empfinden. Hier setzt die Arbeit des Osteopathen an.

Mit seinen geschulten Händen kann der Osteopath die zugrunde liegenden Funktionsstörungen ertasten, die sich ihm in Form von Bewegungseinschränkungen zeigen. Indem er mit seinen Händen diese löst, hilft er dem Körper, diese funktionellen Störungen zu beheben, da er so die ursprüngliche Bewegungsfreiheit der betroffenen Körperstrukturen wiederherstellt. Diese Bewegungsfreiheit beeinflusst alle Strukturen (z.B. Arterien, Venen, Nerven, Lymphe…), die für die optimale Versorgung mit Blut / Energie sorgen, sowie für den Abtransport von Abfallstoffen (Lymphfluss) verantwortlich sind.

Die Optimierung / Wiederherstellung diese Versorgungsparketts der betroffenen Region stellt einen großen Teil der Selbstheilungskraft des Patienten dar. Diese zu stärken, ist das oberste Ziel des Osteopathen. Er heilt nicht, er leistet Hilfe zur Selbstheilung. Die Anamnese ist andeutend… Die Inspektion ist aufschlussreich… Palpation mit sehenden und wissenden Fingern ist bei weitem das Entscheidende” (Harold Magoun)

Behandlungstechniken

Die klassische Chirotherapie, Muskelenergietechniken, Organbehandlungen, Fascialtechniken und die klassische Cranio-Sacral-Therapie, sowie Fluida -techniken.

Die drei großen Säulen der Osteopathie

Parietale Osteopathie ( lateinisch paries: die Wand ) sie behandelt die oft im Vordergrund stehenden Beschwerden der Patienten im so genannten muskoloskeletalen System, also solche des Bewegungsapparates mit seinen Muskeln, Bändern, Faszien und Gelenken. Hier erkennt der Osteopath durch seine differenzierte Diagnose die funktionellen Störungen des Bewegungsapparates und deren Auswirkungen auf den restlichen Körper wie z.B. auf andere versorgende Strukturen wie Nerven, Arterien und Venen.

Viscerale Osteopathie (lat. viscera: die Eingeweide) hier werden die inneren Organe, die oft eng mit dem Bewegungsapparat verbunden sind und eine feine Eigenbeweglichkeit besitzen, untersucht und gegebenenfalls in die Behandlung einbezogen. So können etwa ligamentse Verbindungen mobilisiert, Verklebungen (meist durch Narben) gelöst und gestaute Strukturen drainiert werden. Diese Therapieform unterstützt die Organe in ihrer Funktion und fördert wiederum das Selbstheilungspotential des Patienten.

Cranio-Sacrale Osteopathie ( lat. cranium: der Kopf / sacrum: das Kreuzbein) sie widmet sich den Strukturen, die das zentrale Nervensystem einhüllen (Schädelknochen, Kreuzbein, Rückenmarks-/ Gehirnhäute und Hirnflüssigkeit (liquor). Hierbei kommt das osteopathische Therapiekonzept zum Tragen, welches den rhythmischen Fluss der Hirnflüssigkeit tastbar macht und diesen innerhalb des Schädels (durch die Bewegungen der Schädelknochen) und in seinem rhythmischen Fluss in den Körper hinein analysiert.

Dieser Rhythmus überträgt sich vom Schädel bis hin zum Kreuzbein in den ganzen Körper. Er ist wie der Herzschlag und die Atmung ein eigener Rhythmus, mit einer Frequenz von ca. 4-10 Zyklen pro Minute. Der Osteopath beurteilt Amplitude sowie die Frequenz des Rhythmus.